Celebrities und der arabische Frühling

[Gastbeitrag] Es ist unfassbar wie schnell sich die Geister der Welt um neue Themen drehen können. Nichts wissend von all dem Trubel um so genannte Celebrities schalte ich heute den Fernseher an und was sehe ich. Whitney Houston ist tot. Ich zappe weiter, denn RTL und “Promie-News” das ist ja nichts neues. Kaum habe ich den nächsten Sender eingeschaltet trällert mir eine aufgebrezelte Jennifer Hudson einen von Houstons so genannten Superhits “I will always love you” entgegen.

Im Ersten und Zweiten das selbe Phänomen, Whitney Houston und ihr viel zu früher Tod.Dabei wusste doch jeder, dass diese Frau Probleme hat und hatte. Drogen, Alkohol und die falschen Männer – Die scheinbaren Standardprobleme aller Hollywoodsternchen. Und jetzt schlägt die Musikbranche, wie auch schon aus dem Tod anderer Stars wieder richtig Kohle.

Bald wird es in unseren Elektronikmärkten von Best of Alben und Greatest Hits nur so wimmeln. Der Film “Bodyguard” wird in der Platin-Editon erhältlich sein und so wird der Tod weiter kommerziell genutzt. Und ich frage mich – “Sind wir eigentlich blöd?” und “Ist Geiz tatsächlich so geil?”. Wir Leben in einer Welt in der der Schein der schönen und heilen Glamourwelt der Stars alles bedeutet.

Was dabei verloren geht ist der Ernst des wahren Lebens.

Der arabische Frühling scheint in den Medien durch so einen Promimist immer mehr in den Hintergrund zu rücken. Jeden Tag werden Menschen in Syrien getötet, gefangen genommen und gefoltert, darunter auch Alte, Kranke, Frauen und Kinder. Und das alles nur weil sie sich trauen ihre Stimme zu erheben gegen eine Regierung – nein ein Regim – was seit Jahr und Tag die Menschen des Landes wie einen Rohstoff behandelt. Die Menschen sind es satt und erheben sich, sie wollen gehört werden und wir schauen lieber auf den Tod von Madam Houston. Das Traurige dabei ist, man sagt sie sei so jung gestorben aber was ist mit den Kindern in Syrien? Sie sterben ohne wirklich gelebt zu haben, weil sie hinter ihren Familien stehen, weil sie dabei sind wenn demonstriert wird. Der Tod eines Kindes im Kampf für die Freiheit eines Landes schockiert und sollte uns wachrütteln. Mich hällt er zumindest wach, sodass ich mir um 0:30 Uhr noch Gedanken um meinen Gastblog mache. Was mich ein klein wenig Aufatmen ließ war der Artikel den ich am vergangenen Mittwoch auf Stern.de las. In diesem wurde berichtet, dass die USA den druck auf das Assad-Regime auch ohne die UN erhöhen wollen (Die geforderte Syrien-Resolution scheiterte am Veto der zwei ständigen Mitglieder des Sicherheitsrats China und Russland). Auch Westerwelle kündigte an, dass der Druck auf das syrische Regime erhöht werden müsse. Für die Menschen in Syrien und die Menschen die Angehörige in diesem Lang haben bleibt nun zu hoffen, dass es sich nicht nur um leere Versprechen handelt.

Für mich bleibt nur noch zu sagen – Die Hoffnung auf Freiheit stirbt in jedem Fall zu letzt.

Reinhard, 22 (Gastblogger):
Medienkritischer Medienkonsument

 

2 Kommentare

  1. matthias sagt:

    danke für die erinnerung, aber was hat sich seitdem wirklich geändert?

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